Eine Woche woanders gearbeitet

Nun bin ich schon eine Woche auf Gran Canaria und war auch jeden Tag fleißig. Denn es gibt kaum Ablenkung, das Wetter ist anhaltend schlecht. Bis einen Tag vor meiner Ankunft waren es 25 Grad und Sonnenschein. Seitdem kommen wir kaum über die 18 und Sonne habe ich hier noch nicht wirklich gesehen. Auch die Vorhersage für die nächsten Tage ist nicht viel besser.
Mein Arbeitsplatz im Surf Office hat mich ein bisschen enttäuscht. Wir sitzen in einer riesigen Garage und es gibt kein Tageslicht. Ich wollte ja mal eine andere Aussicht aus dem Bürofenster, das hat nicht geklappt. Dafür ist man in wenigen Minuten am Meer und kann dort Kaffee trinken, im Wind spazieren und so weiter.

Ein Arbeitstag sieht hier eigentlich genauso aus wie zuhause, nur alles passiert mit ein bis zwei Stunden Verzögerung. Denn das Büro macht erst zwischen 9.30 und 10 Uhr auf. Da wir hier eine Stunde früher als in Deutschland sind, werden vorher die ersten Mails in der Wohnung geschrieben. Da sind wir im Augenblick zu dritt und sowohl meine temporären Mitbewohner als auch die anderen „Kollegen“ hier unten sind eine nette Truppe. Im Büro sind Deutsche, Norweger, Spanier, Italiener, Holländer, Tschechen, Slowaken. Ich genieße das internationale schon sehr und zuhause spricht man in der Regel selten Englisch. So gibt’s das Sprachtraining gleich noch dazu. Und auch mein Spanisch hat sich verbessert, also von fast gar nix auf etwas weniger als fast gar nix. Las Palmas ist nicht so touristisch wie der Süden, daher wird man hier in der Regel auf Spanisch angesprochen. Manchmal versteht man sogar was…

Da wir hier alle mehr oder weniger alleine ohne unser gewohntes soziales Umfeld sind, unternehmen wir eigentlich jeden Tag etwas gemeinsam. Vor allem die Restaurants von Las Palmas sind das Ziel jedweder Abendgestaltung. Und es gibt wirklich gutes Essen. Gestern Abend waren wir bei der Tapas-Nacht in der Altstadt. Das funktioniert anders, als wir Tapas zuhause beim Spanier kennen: Man geht in eine Bar, wählt einen Snack aus und kriegt ein Bier oder einen Wein dazu. Das kostet 2 Euro. Nach ein oder zwei Runden wechselt man dann die Bar. Es gibt Live-Musik und die ganze Stadt ist bis tief in die Nacht auf den Beinen. Hat schon was…

Es ist noch zu früh, schon ein Fazit über den ganzen Aufenthalt zu ziehen. Ich merke an meiner Laune (und sehe es am Kleiderschrank), dass ich sehr viel Hoffnung auf gutes Wetter hatte. Insofern bestanden die ersten Tage hier auch aus Shopping. Noch eine Strickjacke, noch eine neue Jeans. Dafür kann ich die Shorts wieder ungetragen mit nach Hause nehmen. Aber es ist noch eine Woche Zeit, in der sich die Sonne vielleicht blicken lässt. Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

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Journalist und Inhaber dieses schönen Blogs.

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