Warum ich Google Maps nicht mehr vertraue

Google Maps hat mich in den letzten Jahren meistens zuverlässig ans Ziel geführt. Egal ob mit dem Auto, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln, der Datenbestand war meistens sehr gut gepflegt. Mehr als einmal haben mich die aktuellen Verkehrsdaten vor Staus bewahrt.

Die Autobahn ist frei, zumindest für Google Maps. Eigentlich ist sie nämlich voll gesperrt.

Die Autobahn ist frei, zumindest für Google Maps. Eigentlich ist sie nämlich voll gesperrt.

Doch neulich hat Google Maps versagt – mehrfach und mit starken negativen Auswirkungen auf den Verkehr. Die A3 war im Juli zwei Mal zwischen Köln und Leverkusen voll gesperrt.* Diese Vollsperrungen waren umfangreich angekündigt und ausgeschildert. Aber es liest ja niemand mehr Zeitung oder Schilder. Das Ergebnis: Kilometerlange Staus vor den Abfahrten und in Leverkusen, die durch die Umleitungen eigentlich hätten verhindert werden sollen.

Wer sich auf Google Maps verließ, war verlassen: Die Vollsperrung war nämlich nicht in Google Maps eingetragen. Im Gegenteil: Die nun freie Autobahn, auf der sich ja kein Auto befand, ergo kein Verkehr, wurde in den Routenberechnung einfach weiter eingesetzt. Schließlich war sie die kürzeste Strecke und ohne Verkehrsaufkommen.

Bei Apple Karten ist die Vollsperrung verzeichnet.

Bei Apple Karten ist die Vollsperrung verzeichnet.

Dass es auch anders geht, zeigte Apple mit seinem Kartendienst. Hier war die Vollsperrung eingetragen. Die Routen wurden nicht mit dem gesperrten Abschnitt berechnet.

Generell können Fehler im Kartenmaterial passieren. Dafür gibt es in Google Maps die Möglichkeit falsche Einträge zu melden. Das habe ich schon zwei Mal gemacht und jedes Mal wurde der Eintrag korrigiert. Für Sperrungen, wie die hier beschriebene, geht das nicht. Nach dem ersten Chaos-Wochenende habe ich versucht, Google zu kontaktieren. Eine Telefonnummer gibt es nur für Werbekunden. Die Pressestelle von Google ist nur per E-Mail erreichbar und hat bis heute nicht auf meine Anfrage reagiert.

Daher wurden am zweiten Wochenende zusätzliche Schilder mit dem Hinweis „Navi aus!“ ausgeschildert. Gebracht hat es nicht wirklich etwas, denn das Navi ist anscheinend für viele mittlerweile der heilige Gral beim Autofahren, Verkehrsnachrichten und Schilder werden ignoriert. So sehr habe ich mich noch nie aufs Navi verlassen und werde es nach diesem Erlebnis auch ganz bestimmt nie tun.

*Anmerkung: Die besagte Vollsperrung lag in meinem besonderen Aufmerksamkeitsbereich, weil ich derzeit für Straßen.NRW Öffentlichkeitsarbeit mache.

Veröffentlicht von

Journalist und Inhaber dieses schönen Blogs.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Kann ich dir in jeder Weise recht geben, google Maps ist hier sehr schlecht. Sie könnten sich ein Beispiel an Apple Karten nehmen

  2. Stimme dir zu. Mittlerweile gibt es bei Google Maps auch den umgekehrten Fall: Straßen werden als gesperrt markiert und in die Navigation nicht mit einbezogen, obwohl überhaupt keine Sperrung vorliegt. In meiner Region gibt es davon drei Stück. Die Korrekturen kann man zwar melden, sie werden aber nicht bearbeitet (habe ich schon mehrfach versucht).

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