Wenn Autos Updates brauchen

Seit ich kein eigenes Auto mehr habe, bin ich auf Carsharing angewiesen. Das kommt drei- bis viermal im Jahr, alles andere kann ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln erledigen. Dazu habe ich eine Bahncard 50. Zu der gab es damals schon das Flinkster-Startpaket ohne Startgebühr, also 50 Euro gespart. Seitdem buche ich in der Regel einen Flinkster, wenn ich ein Auto brauche.

Jetzt kooperiert Flinkster seit neuestem mit DriveNow von BMW. Der Vorteil von DriveNow: man sucht sich ein Auto, fährt damit und stellt es am Zielort einfach wieder ab. Das funktioniert jedoch nur im jeweiligen Geschäftsgebiet, in Köln zum Beispiel in den meisten Stadtbezirken und am Flughafen. Sieht man ein DriveNow-Auto, kann man es einfach per App buchen und losfahren. Abgerechnet wird nach Minuten. Soweit die Theorie.

Als Bahncard-Kunde bekam ich zum Start der Kooperation ein interessantes Angebot: Registrierung inklusive 60 Freiminuten für ca. 10 Euro. Normalerweise kostet die Registrierung ohne Freiminuten 29 Euro. Eine Fahrminute kostet je nach Kategorie des Autos zum Beispiel 34 Cent die Minute.

Ich bin ja ein Schnäppchenjäger und weil ich innerhalb Kölns in letzter Zeit viele Euro in Taxen gelassen habe (einfach weil ich schnell zum Ziel kommen wollte, was mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht immer möglich ist), habe ich mich registriert. Bei einer Sixt-Station muss man anschließend noch den Führerschein und Personalausweis vorzeigen und dann hatte ich meine DriveNow-Karte in der Hand. Das Versprechen des Sixt-Menschen war: „Damit können Sie jetzt sofort los fahren.“ Ok, in dem Moment musste ich nicht schnell irgendwo hin.

Ein paar Tage später war es dann soweit. Eine S-Bahn hatte Verspätung, ich war schon länger unterwegs und ich wollte den Weg zu guten Freunden mit einem DriveNow-Auto zurücklegen. Gesagt, getan: App geöffnet und in 200 Meter Entfernung wartete ein freies Auto auf mich. Die App zeigt Fahrzeugtyp, Farbe und Kennzeichen an, sodass es zusammen mit dem GPS kein Problem sein sollte, das Auto zu finden. Wenn es so einfach gewesen wäre, würde ich natürlich nicht darüber schreiben…

2014-05-23 15.04.23Am angegeben Standort stand nur ein brauner DriveNow-BMW mit einem anderen Nummernschild. Von meinem weißen BMW keine Spur. Ich lief ein paar Meter die Straße auf und ab, aber das versprochene Auto war nicht zu finden und das braune ließ sich selbstverständlich nicht öffnen. Ein Anruf bei der Hotline brachte zunächst keine Klarheit: Die Mitarbeiterin konnte nur den Standort bestätigen, an dem das Auto aber nicht anzutreffen war. Dann tippte sie irgendwas in ihren Computer und dann verkündete sie: „Das Auto steht auf der anderen Rheinseite, das war ein Fehler im GPS.“ Ok, da kann man niemanden einem Vorwurf machen. GPS-Geräte zeigen nun ab und zu mal die falsche Position an – vielleicht weil in dem Moment irgendeine wichtige taktische Operation läuft und Terroristen es gerade nicht nutzen sollen.

Die Dame am Telefon bot mir an, nach einem anderen Auto in der Nähe zu suchen. Die Suche wollte ich abkürzen und verwies auf den dort ebenfalls abgestellten braunen BMW. Ja, der sei frei, da würde aber gerade ein Update im System laufen und deshalb könne sie mir den nicht zuweisen.

Ein Update. In einem Auto. Ich bin beeindruckt und denke mir, da wird man sich dran gewöhnen müssen.

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Journalist und Inhaber dieses schönen Blogs.